Wieso Schutzmasken unsere Kommunikation veraendern

Bist Du Neuling, was das Tragen einer Maske angeht, oder trägst Du womöglich schon länger eine, beispielsweise aus beruflichen Gründen?

Egal, zu welcher Gruppe Du Dich zählst: Mach doch mal bitte ganz bewusst ein Experiment.
Falls Du jetzt gerade allein zu Hause bist, dann setze Dir doch einmal deine Schutzmaske auf, oder lege Dir alternativ einen Schal über Mund und Nase und geh vor den Spiegel.

Sprich bitte laut mit Deinem Spiegelbild, und nimm unterschiedliche Stimmungen als Grundlage.

Mal freundlich, mal total vergnügt, dann traurig, oder auch zornig, oder ironisch.

Was kannst Du an Deinem Spiegelbild beobachten?

Hättest Du als Außenstehender immer die aktuelle Stimmmung erkannt?
Vermutlich nicht, oder? Die Übung ist etwas schwierig alleine durchzuführen, da Du selbst ja gleichzeitig während der Beobachtung auch Deine Stimmung selbst fühlen kannst.

Wenn möglich, mach diese Übung daher zu zweit. Wechselt die Rollen: Mal beobachtest Du, mal der Andere.
Und tauscht Euch gerne darüber aus.

Ich vermute, dass Du bemerkt hast, dass die Mimik schon sehr fehlt. Es sind nur noch die Augen sichtbar.
Lächeln ist nicht eindeutig erkennbar, so dass z.B. zweideutige oder ironische Sätze schnell missverständlich werden können.
Auch Stimmklang, Lautstärke und die "Färbung" der Stimme geben nicht immer sicher Aufschluss darüber, wie der Andere etwas meint, oder wie seine Stimmung gerade ist.

Noch gravierender wird es, wenn Du "maskierte" Menschen triffst, die Du noch nicht gut kennst.

Speziell bei Fremden sind wir im Grunde darauf angewiesen, auch die Mimik zum Entschlüsseln und Einordnen der Botschaften zur Verfügung zu haben.


Wusstest Du, dass es auch Menschen gibt, die Stimmungen nicht oder nur schwer erkennen können, selbst wenn ihr Gegenüber KEINE Maske trägt? 

1 - 2 % der Menschen sind autistisch veranlagt.

Manche Menschen im Autismus-Spektrum können Emotionen auf Fotos gut zuordnen, wenn sie Zeit zum Nachdenken haben. Im echten Leben hat man diese Zeit zur Analyse aber nicht, und nun kommen noch verdeckende Masken hinzu... Du kannst Dir also vorstellen, wie schwierig es besonders für diese Menschen wird, zu kommunizieren.


Was kannst Du tun, um trotzdem richtig verstanden zu werden?

Zum Glück können wir Menschen über unsere Kommunikation sprechen.

  • Wenn Du unsicher bist, was Dein maskiertes Gegenüber Dir wirklich sagen möchte:
    Frage nach.
    "Du, ich bin mir gerade nicht sicher, wie Du das gemeint hast. War das ernst gemeint?"
  • Solltest Du selbst Dir nicht sicher sein, ob Dein Gegenüber Dich richtig verstanden hat:
    Erkläre es gern, auch wenn er Dich nicht gefragt hat.
    "Ich bin mir gerade nicht sicher, ob das richtig angekommen ist: Ich meinte es so: ....."


Mache es generell Deinen Gesprächspartnern leichter, indem Du mehr als sonst auf den Klang Deiner Stimme achtest. Lege Deine Emotionen mehr als bisher in Deine Stimme.


Setze mehr als bisher Gestik ein. Unterstreiche Deine Mitteilung, indem Du Deine Hände und Arme beim Sprechen hinzunimmst.

Bitte verzichte nach Möglichkeit auf abschreckende oder erschreckende Motive auf Deiner Maske.
Motive an sich lenken ohnehin schon von dem bisschen Gesicht ab, in dem wir noch "lesen" können.
Abschreckende Fratzen oder Totenköpfe können ungewollt per se beim Gegenüber großes Unbehagen und Abneigung auslösen, die unbewusst in der Kommunikation dann immer mitschwingt.

Ich hoffe, diese alltagstauglichen Tipps helfen Dir weiter, und Du bist sensibilisiert für die Möglichkeiten, die Du hast, um auch jetzt Deine Gespräche easy verlaufen zu lassen. Trotz des erforderlichen körperlichen Abstandes, und trotz Schutzmaske.

Ich wünsche Dir ganz viel Spaß beim Kommunizieren!

Berichte gern von Deinen Erfahrungen hierzu, und wenn Du Fragen haben solltest: Immer her damit!
Ich antworte Dir gerne.

Alles Liebe Dir, und bleib gesund


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