Warum Hochsensibilitaet uns alle angeht

Hochsensibilität geht jeden von uns etwas an, behaupte ich.

Bist Du über diese Aussage erstaunt? Mmmhh, das verstehe ich. Und: Erhebungen zufolge ist von 20- 30% Hochsensiblen in der Bevölkerung die Rede. 

 

Wie hoch ist also die Chance, dass Du auf Hochsensible triffst?

In Deiner Familie, Deinem Freundes- und Bekanntenkreis, im Job, auf der Straße, im Geschäft? Ziemlich hoch, oder? Jede(r) fünfte mindestens.

Möglicherweise ja auch Du selbst ( dann geht Dich das Thema natürlich ohnehin an 😉)

In Familie oder Freundeskreis hat jeder hochsensible Mitmenschen.

1.) Das Wissen macht Vieles verständlicher

Je mehr wir über das Thema wissen, desto besser können wir mit den Ausprägungen dieses Persönlichkeitsmerkmales "Hochsensibilität" umgehen. Andere Begriffe dafür sind übrigens auch "Feinfühligkeit", oder "Hochsensitivität". Möglicherweise ist der Kollege ja garnicht "komisch", und die Nachbarin ist garnicht "zickig", und Deine Tante ist garnicht "überempfindlich". Oder Du selbst bist keine, "die immer alles so furchtbar kompliziert macht".

Das (und vieles andere) sind Begriffe und (Vor)Urteile, mit denen Hochsensible aus Unwissenheit tituliert werden.
Und diese Angriffe führen leider oft dazu, dass hochsensible Menschen sich minderwertig vorkommen, und sich irgendwie "falsch" auf dieser Welt fühlen.

2.) Was ist denn nun "Hochsensibilität"?

Woran erkenne ich hochsensible Menschen?

Hochsensibilität ist ein physiologisches Merkmal, denn das Nervensystem von hochsensiblen Personen (HSP) funktioniert anders, als das von weniger Sensiblen. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal (keine Erkrankung!). Hochsensibilität hat sehr viele Facetten und Ausprägungen.


"Ahhha" denkst Du jetzt möglicherweise, "und was bedeutet das genau?"

 

Ganz kurz gesagt: Hochsensible Menschen nehmen über ihre Sinne sehr viele Reize aus der Umwelt auf, viel mehr als durchschnittlich sensible.

  


2a) HSP reagieren früher auf Reize (z.B. Licht, Lautstärke, Gerüche, Schmerzen, Stimmungen anderer Menschen um sie herum). Sie verfügen insgesamt über eine hohe Ansprechbarkeit für psychische und sensorische Reize, und hören sprichwörtlich "die Flöhe husten und das Gras wachsen". 

Manche reagieren besonders intensiv auf Geräusche, andere besitzen einen ausgeprägten Tastsinn und vertragen deshalb keine einengende oder kratzende Kleidung. Wieder andere sehen kleinste Details, andere sind „hellfühlig“. 

Viele der Sinneseindrücke werden durch die im Gehirn feststellbare tiefere Verarbeitung der Reize stärker empfunden. Gerüche wie Parfum oder Duftkerzen können als unerträglich empfunden werden, und sogar körperliche Symptome wie Kopfschmerzen auslösen. 

2b) Hinzu kommt eine gewisse „Übererregbarkeit“. „Nichts ist zu klein, ein Reiz zu sein“ ist ein Satz, der das gut wiedergibt.

Von zwischenmenschlichen Spannungen über kleinste Geräusche oder eine flackernde Lampe: Hochsensible haben Antennen für Dinge, die andere einfach überhören, übersehen, und schlicht nicht bemerken.

Neben dieser „äußeren“ Stimulation kommen auch innere Reize hinzu, sprich die eigenen Gedanken und dadurch ausgelöste Gefühle.

 

So ist das Nervensystem von HSP fast täglich in Daueranspannung, und kann bei fehlendem Gegensteuern in eine Übererregbarkeit münden, verbunden mit z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, Nervosität, oder Blackouts.

2c) Das Gefühlsleben von hochsensiblen Menschen hat oft eine sehr hohe Intensität und Bandbreite, sie empfinden viel und intensiv. Sie nehmen oft die Gefühle anderer viel stärker wahr, als ihre eigenen. (Das bedeutet auch: HSP haben meist Schwierigkeiten, ihre eigene Überforderung rechtzeitig zu erkennen, und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.)

 

Bei Hochsensiblen ist generell die Tendenz erkennbar, emotionaler auf Ereignisse, oder auch ausgeprägter auf Kunst oder Musik zu reagieren, als andere Menschen. Viele haben „nah am Wasser gebaut“ und sind schnell zu Tränen gerührt.

 

Zusätzlich besitzen Hochsensible ein sehr großes Empathievermögen. In Verbindung mit der emotionalen Intensität sind sie sehr schnell tief berührt vom Leid von Mensch und Tier. Sie können sich meist dann schlecht abgrenzen, und erschöpfen sich dabei, anderen zu helfen.

 

Meist sind hochsensible Menschen auch sehr naturverbunden und nehmen Natur sehr stark wahr. Barfuß über die Wiese gehen, den Geruch nasser Erde wahrnehmen, den Sonnenuntergang bestaunen, das warme Fell eines Haustieres streicheln: All das erfüllt und berührt viele hochsensible Menschen. 

 



Kathrina Hof, Coach, Mentorin für hochsensible Frauen
Kathrina Hof, Coach, Mentorin für hochsensible Frauen

 

Kennen wir uns schon?

Ich bin Kathrina Hof, Coach, Mentorin für hochsensible Frauen und Fachberaterin Hochsensibilität (BIEK- Institut).

 

Als ich von meiner Hochsensibilität erfuhr, wurde mein Leben endlich leichter! Ich zeige Dir gern die Abkürzung. 



2d) Das Gehirn hochsensibler Menschen verarbeitet all diese Reize auch zusätzlich tiefer und gründlicher.

 

Das zeigt sich in einer messbar stärkeren Aktivität der Gehirnbereiche, die für die Verknüpfung von Informationen und die Wahrnehmung von Nuancen und Details zuständig sind. Deshalb sind Hochsensible manchmal sehr lange mit der Verarbeitung von Reizen und von Erlebtem beschäftigt.

 

All das hallt lange in ihnen nach, während durchschnittlich sensible Menschen das Erlebte vergleichsweise schnell „abhaken“ können.

 

Tendenziell denken HSP sehr gerne nach und setzen sich sowohl kognitiv als auch emotional mit allen Erlebnissen intensiv auseinander.

 

Sie fühlen sich dadurch oft schnell angestrengt, und brauchen Rückzugs- und Ruhezeiten.



3.) Dein Test Hochsensibilität

Kommt Dir das von irgendwoher bekannt vor? Entweder von Dir selbst, oder bei jemand anderem? 

Wie gesagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass Du jemanden mit Hochsensibilität kennst, ist hoch.

 

Meine Empfehlung für Dich: Nutze meinen kostenfreien Test als erste Orientierung.


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Hochsensible sind keine "Weicheier"!


4.) Dein Weg

Zu jedem einzelnen der oben genannten Punkte könnte ich jetzt noch ganz viel ausführen und ergänzen.

Es geht mir jedoch hier jetzt erst einmal darum, Dir einen ersten Überblick zum Thema „Hochsensibilität“ zu verschaffen.

 

Da jeder fünfte Mensch hochsensibel ist, ist das Wissen über und um dieses Persönlichkeitsmerkmal wichtig. Empfindsame und feinfühlige Menschen leben und arbeiten anders, als durchschnittlich sensible Menschen. Mit diesem Wissen ist ein größeres gegenseitiges Verständnis füreinander und ein tolerantes Miteinander möglich, sowohl im Berufsleben als auch bei allen privaten Kontakten.

 

Und nicht zuletzt: Wenn Du selbst jetzt feststellst, dass Du hochsensibel bist, dann kann Dein Weg Richtung Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge beginnen!

 

Du bist völlig in Ordnung mit Deinem sensiblen Wesen. Steh dazu, verbieg Dich nicht mehr.

Falls Du Unterstützung auf Deinem Weg von mir möchtest: Herzlich gern. Du bist willkommen.

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