"Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefaellt"

Meine Lebensreise- die Geschichte einer Ent- Wicklung

 

 

Als ich den Aufruf von Technikelfe Sara Menzel-Berger zu ihrer Blogparade las, schoss mir sofort durch den Kopf: " Genau MEIN Thema."

Lange Jahre hat mir meine Welt überhaupt nicht gefallen.
Zu laut, zu brutal, zu grell, zu oberflächlich.

Und ich hatte den Eindruck, dass ICH dieser Welt auch nicht sonderlich gefalle.
Zu sensibel, zu empfindlich, zu seltsam, zu anders.

Meine Eltern wollten mir als Kind gerne Märchen vorlesen, schließlich galten diese ja als "pädagogisch wertvoll".
Nun hatte diese Pädagogen aber wohl nicht mit MIR gerechnet:
Ich weinte bitterlich, als die Heinzelmännchen wegen der Erbsen die Treppe hinunter stürzten. Unter Schluchzen erklärte ich, dass denen das doch bestimmt sehr weh getan hätte!
Märchen waren von da an gestrichen, das Kind war einfach zu sensibel.

Meine Mutter mochte mich auch irgendwann nicht mehr zum Einkaufen mitnehmen, denn irgendwo im Laden, spätestens an der Kasse, stand immer irgendein weinendes Kind, weil es keine Bonbons bekam... und ich stellte mich daneben, fühlte und weinte mit.

Mit dem Kontakt zu Menschen tat ich mich sehr schwer. Eigentlich mochte ich Menschen, aber irgendwie hatte sich schon früh bei mir festgesetzt:

"Du musst anders sein. SO bist Du nicht okay. Guck mal, die Anderen sind doch auch ganz anders..."  
Kritik oder flappsige Sprüche trafen mich tief.

Irgendwie bin ich durch Kindheit und Jugend durchgekommen.
Meine Eltern, speziell meine Mutter bemühten sich, mich "aufzubauen".
Aber so richtig lustig fand ichs mit meinen Altersgenossen nicht.
Ich fühle mich nirgends so richtig zugehörig, und rannte einem unerreichbaren Ideal von Freundschaft nach.
Rückblickend betrachtet, war ich damals auch ziemlich "bissig", verbaler Angriff erschien mir besser als Verteidigung.
Die Meisten werden davon wenig mitbekommen haben...ich trug unbewusst Masken vor mir her... das Sonnenscheinchen, die Rebellin, oder auch die Angepasste... ja, alles tatsächlich Teilfacetten von mir, aber letztendlich sprach ich nicht über das, was mich bedrückte.
Mehr als einmal grübelte ich darüber nach, ob es nicht für alle Beteiligten besser wäre, wenn es mich nicht mehr gäbe.

In den folgenden Jahren bemühte ich mich, irgendwie mein Leben zu leben.
Abi, Ausbildung, erster Job, dann Branchenwechsel... WG mit Freunden, erste Ehe, Haus... jo, alles soweit okay, aber dieses Lebens-Grundgefühl von "Ich bin auf diesem Planeten irgendwie verkehrt" blieb.
Ja klar, es gab auch viele schöne Momente, tolle Begegnungen, bloß "unten drunter" fühlte ich mich fehl am Platz, und strampelte wie verrückt, damit`s bloß niemand merkt.

Beruflich war für mich die Zeit als Angestellte im Großraumbüro eine Katastrophe. Immenser Leistungsdruck, dem ich mich die meiste Zeit nicht gewachsen fühlte.
Auch hier wieder: strampeln, damit`s bloß keiner merkt.

The change

Und dann... kam langsam... Schritt für Schritt...die Wendung.
Trennung- und erste Berührung mit spirituellen Themen...


Ich als einstmals rebellische Technikverweigerin fand mich plötzlich völlig fasziniert im Internet in einem spirituellen Forum wieder.


Aus virtuellen Kontakten wurden Live-Kontakte- und dann ging alles ziemlich schnell..

 

Ich traf auf eine eng befreundete Gruppe in Göttingen, die in mehreren WG`s miteinander lebten. Therapeuten, Sozialarbeiter, Lehrer, Musiker, Handwerker, Osho-Anhänger... eine bunt gemischte Truppe aller Altersstufen.

Während die Kinder miteinander spielten, trafen wir uns, und verbrachten fast jede Minute unserer Freizeit miteinander.
Wir pflegten einen ungeheuer intensiven Kontakt, im Grunde wie eine permanente Gruppentherapie. Alle, absolut alle Themen kamen auf den Tisch, es wurde gestritten, gelacht, geweint, tiefe innere Prozesse durchlaufen.


Ich habe niemals mehr über mich und das Leben gelernt, als in dieser Zeit.


Damals war ich 44 Jahre alt, wechselte innerhalb der Firma den Job, und und zog nach Göttingen. Für mich war klar: SO will ich leben. Genau SO will ich Kontakt haben. Kein oberflächliches Blabla, sondern Tiefgang. Echtheit. Durch die Angst durchgehen.

So langsam mochte ich die Welt. Und die Welt mochte mich 😊

 

In der Zeit lernte ich auch meinen jetzigen Mann kennen 💖

13 wundervolle Jahre ist das jetzt her.
Ich fasste den Mut, mich nebenberuflich zur Psychologischen Beraterin ausbilden zu lassen... kündigte endlich meinen Angestelltenjob, und zog mit 50 Jahren in das Heimatdorf meines Mannes in die Nähe von Fulda... kurze Zeit später eröffnete ich meine Praxis.

Und dann vor zwei Jahren ungefähr... DER KNALLER schlechthin... da fiel endlich der Groschen bei mir.
Ausgelöst durch ein Buch von Kathrin Sohst "Zart im Nehmen" (hier findest Du meine Rezension dazu) wurde mir langsam aber sicher klar:
Ich bin weder lebensuntauglich, noch verrückt, sondern:

HOCHSENSIBEL


Und: plötzlich ergab alles einen Sinn!

Warum ich als Kind mitweinen musste, wenn ein anderes Kind weint...
meine Empathie... mein Gerechtigkeitssinn... meine Sehnsucht nach einer "idealen" Welt mit "idealen" Beziehungen...
das schnelle Erschöpft- Sein im Vergleich zu Anderen... meine Liebe zu Details... meine Grübelei und so Vieles mehr.


Und jetzt...endlich...mache ich mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Ich habe soooo viel über Hochsensibilität gelernt, und ich lerne jeden Tag noch hinzu..

Hochsensibilität ist keine "Diagnose", und keine Krankheit.
Hochsensible verarbeiten mehr Reize als "normal" Sensible, und sie verarbeiten sie tiefer.
Das bedeutet, dass sie viel mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen, und sich schnell erschöpfen, wenn sie sich nicht zu schützen und zu regulieren wissen.
Viele Hochsensible hadern daher mit ihrem Schicksal... sie empfinden die Hochsensibilität als hinderlich, und als ungeheuer anstrengend.

Es ist mir eine Herzensangelegenheit, hochsensible Frauen auf ihrem Weg zu begleiten.
Ein zufriedenes, glückliches Leben MIT Hochsensibilität ist möglich!

Ich bin so so glücklich, das erfahren zu haben, und gebe all mein Wissen mit voller Überzeugung und Begeisterung an andere Frauen weiter.
Es erfüllt mich zutiefst, andere Frauen darin zu unterstützen, sich die Welt so zu machen, wie sie ihnen gefällt.

Kontaktiere mich gern, wenn Du mit mir arbeiten möchtest, und abonniere auch gern meinen Newsletter für (D)ein gutes Leben.

Ich freu mich auch auf Deine Rückmeldungen oder Deine Fragen in den Kommentaren.

Alles Liebe Dir ❤

Kathrina

 

P.S.:

Liebe Sara, herzlichen Dank für Deine Inspiration mit Deiner Blogparade "Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt". 
Bei der Parade durfte ich mit diesem Beitrag etwas zu dem Thema beisteuern, und es sind noch viele viele weitere Artikel geschrieben worden... schau dort gern mal vorbei, und lies rein.

 

Kommentare: 5
  • #5

    Beate (Mittwoch, 24 März 2021 21:47)

    Liebe Kathrina, vielen Dank für diesen aufrichtigen und berührenden Bericht. Deine Geschichte mit uns zu teilen wird sicher viele unterstützen, die unsicher und noch auf der Suche nach einer Erklärung für Ihr Besonderssein sind. Und was für eine wundervolle Erkenntnis, dass dieses Besonderssein ein Normalsein ist, aber ausgestattet mit einer speziellen Gabe.
    Ich wünsche denjenigen, die sich noch auf dem Weg befinden viel Erfolg bei dieser spannenden Erkenntnisreise und bin sicher, daß Du mit Deiner Erfahrung und Deiner daraus gewonnenen Kraft eine wertvolle Hilfe sein wirst!

  • #4

    Sara Menzel-Berger (Dienstag, 23 März 2021 19:58)

    Liebe Katrina,

    danke für deinen Beitrag! Voll spannend wie verschieden Märchen auf Kinder wirken. Ich hab' dadurch ganz starkes Scharz/Weiß-Denken gelernt, das ich auch heute noch immer wieder aufbrechen muss :-)
    Ich finde es wunderschön zu lesen, dass du deinen Weg gefunden und mit deiner Hochsensibilität Freundschaft geschlossen hast! Das klingt großartig!

    Herzlichst,
    Sara

  • #3

    Kathrina Hof (Montag, 22 März 2021 15:27)

    Liebe Janine,
    liebe Frauke,

    vielen Dank für Eure wertschätzenden Gedanken.

    Yess... nur weil jemand anderes denkt, man selbst sei komisch, muss das nix heißen �

    Auch Euch viel Spaß und Freude auf Eurem Weg. �

  • #2

    Frauke Schramm (Samstag, 20 März 2021 20:14)

    Liebe Kathrina,

    oh ja - herauszubekommen, was eigentlich "los" ist ... eine ziemliche Herausforderung. Danke für das Erzählen Deiner Geschichte. Sie macht Mut, hinzuschauen und nicht einfach aufzugeben. Nur weil andere denken, ich sei "komisch" ... muss das ja noch lange nicht heißen, dass das auch stimmt ;-)
    liebe Grüße, Frauke

  • #1

    Janine (Samstag, 20 März 2021 08:55)

    Liebe Kathrina,
    vielen Dank für diesen wunderbar ehrlichen und positiven Beitrag zu diesem noch relativ neuen Thema.
    Wer kann einen besser bei den Herausforderungen der Hochsensibilität unterstützen, als eine Person, welche selbst viele Hürden und Umwege deshalb in seinem Leben überwinden musste?

    Danke, dass du Deine Geschichte mit Interessierten teilst, sie ist ermutigend. Viele Betroffene sind mit dieser Besonderheit ihres Wesens noch nicht in Berührung gekommen und werden sich sicherlich in Deinen Ausführungen wiederfinden.
    Aus eigener Erfahrung kann ich nur bekräftigen, dass du diesen Frauen helfen kannst, ihre zunächst häufig als belastend empfundene Eigenschaft der Hochsensibilität neu zu erforschen und als Gabe zu erkennen. Denn mit ausreichend Verständnis für sich selbst lässt sich diese als Stärke und Bereicherung im Alltag definieren.
    Ich wünsche allen viel Erfolg auf Ihrem Weg - denn ein glückliches Leben mit Hochsensibilität ist möglich!